KinderHabenRechte-Preis 2017: Projekte für Kinder­rechte aus­ge­zeichnet

4. Oktober 2017

Niedersächsischer-Kinderrechtepreis_Logo"Recht hast Du." – unter diesem Motto stand in diesem Jahr der gemeinsame Preis des Kinderschutzbundes Niedersachsen und des Landes Niedersachsen für Kinderrechte. Cornelia Rundt, Niedersächsische Sozialministerin und Schirmherrin des KinderHabenRechte-Preises, hat am 29. September die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung überreicht. Die drei ausgezeichneten Initiativen setzen sich dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene über Kinderrechte Bescheid wissen. Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie einfordern und leben!

"Seit nunmehr 10 Jahren verleihen wir in Niedersachsen den KinderHabenRechtePreis an engagierte Initiativen, denn die Verwirklichung der Kinderrechte in allen Lebensbereichen braucht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die Situation von Kindern und Jugendlichen", betonte Ministerin Rundt bei der Preisverleihung. "Dazu leisten die heute ausgezeichneten Projekte einen wichtigen Beitrag – sie lassen uns aufhorchen und inspirieren uns zur Nachahmung. Wir brauchen eine kindergerechte Gesellschaft und eine Politik, die Kinderinteressen berücksichtigt. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, dass die Kinderrechte in das Grundgesetz aufgenommen werden und wir in Niedersachsen die UN – Kinderrechtskonvention weiter konsequent umsetzen."

Johannes Schmidt, der Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, hob auch im Nachgang zum Weltkindertag am 20. September hervor: "Wir wissen, dass sich viele Engagierte jeden Tag für die Kinderrechte einsetzen. Diese wollen wir gezielt unterstützen und ihre Ideen bekannt machen!"

Die Ehrung hat im Kreis der Preisträgerinnen und Preisträger stattgefunden, die mit ihren Teams und natürlich den beteiligten Kindern und Jugendlichen angereist waren. Den Kindern wurde bei der Preisverleihung im Hannoverschen GOP ein buntes Rahmenprogramm geboten.

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Fotos: Dominik Kimyon

Die ausgezeichneten Projekte sind:

1. Preis (4.000 Euro): Grundschule Bad Münder – Film AG "Auf dem Weg zur Kinderrechte-Schule"
Dazu die Jury: Im Schuljahr 2016/2017 hat sich die Grundschule Bad Münder umfassend mit dem Thema "Kinderrechte" beschäftigt. Anlass genug für die Film AG, eine bereits bestehende Kinderrechte-Schule zu interviewen. Im Rahmen einer öffentlichen Vorführung sind mit dem daraus entstandenen Dokumentarfilm Schüler*innen und Kollegium, Angehörige und lokale Presse auf das Thema aufmerksam gemacht worden. Die wichtigste Frage lautete: "Was wollt ihr erreichen mit eurer Kinderrechte-Schule?" Antwort: "Dass wir die Kinderrechte größer machen, und dass es mehr Leute wissen, dass es Kinderrechte gibt. Und wir wollen uns dafür einsetzen, dass sich mehr Leute anstrengen, dass die Kinderrechte auch eingehalten werden."

Wir gratulieren einer Schule, die sich auf den Weg macht, die Kinderrechte fest in ihrer Praxis zu verankern und damit demokratische Strukturen fördert. Entscheidend ist, dass Kinderrechte nicht nur mit besonderen Aktionen thematisiert werden, sondern zum pädagogischen Alltag und zum Profil von Schule und Umfeld gehören. Das geht alle gleichermaßen an: Kinder, Lehrkräfte und Eltern. Der erste Schritt ist getan! Wir wünschen weiterhin viel Erfolg dabei, die Kinderrechte in Schulen, in Familien und in ganz Bad Münder bekannt zu machen und nachhaltig mit Leben zu füllen.

2. Preis (3.000 Euro): Stadtjugendpflege Bramsche "Kinderbürgermeister"
Dazu die Jury: Mitbestimmen und Einfluss nehmen dort, wo man lebt. Das Kinderrecht auf Beteiligung gilt auch und ganz besonders in Kommunen, denn dort werden die Lebensräume von Kindern und Jugendlichen gestaltet. Ein lebendiges Gemeinwesen braucht engagierte junge Menschen. Wer den Herausforderungen von morgen begegnen möchte, beteiligt deshalb möglichst früh junge Menschen. In Bramsche partizipieren Kinder und Jugendliche allen Alters. Neben dem Jugendparlament werden seit 2013 auf Initiative der Stadtjugendpflege auch Kinderbürgermeister*innen gewählt. Sie bilden eine Brücke von Kindern in die Politik und zur Verwaltung der Stadt. Denn: Bei allen Sachen, die Kinder und Jugendliche betreffen, haben sie das Recht mitzuentscheiden und mitzuwirken – so, wie es in § 36 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes vorgegeben ist. Wir gratulieren zu dieser frühen demokratischen Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

3. Preis (2.000 Euro): Ambulanter Hospizdienst Aufgefangen e.V. "Fuchsbau - Kinder trauern anders"
Dazu die Jury: Diese einzigartige Initiative richtet sich an Kinder und Jugendliche, die Tod und Trauer erleben. Die Fuchsbau-Trauergruppe gibt ihnen einen Ort sowie Zeit und Gemeinschaft für ihre ganz persönliche Trauer. Denn Kinder trauern anders und werden oftmals in ihrer Trauer übersehen. Wenn Kinder und Jugendliche einen nahestehenden Menschen verlieren, haben sie das Recht auf Information und Beteiligung an dem, was passiert. Wird eine Auseinandersetzung mit ihren Fragen vermieden, entsteht Raum für Phantasien, die meist viel schlimmer als die Realität sind. 20 ehrenamtlich Engagierte, die professionell angeleitet werden, machen sich dafür stark, dass Kinder den Verlust in ihr Leben integrieren können und aufgefangen werden. Eine unschätzbar wertvolle Erfahrung für die Entwicklung der Persönlichkeit. Wir gratulieren zu diesem herausragenden Einsatz.

Hintergrundinformation

Seit 2008 loben das Land Niedersachsen und der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen den Niedersächsischen KinderHabenRechtePreis aus. Damit sollen die Kinderrechte, die das Land Niedersachsen 2009 in seine Landesverfassung aufgenommen hat, bekannt gemacht werden sowie Initiativen, die sich für die Rechte von Kindern einsetzen, als Best-Practice-Beispiele verbreitet werden

Jury
Landesschülerrat Niedersachsen: Birhat Kaçar sowie Laura Sophie Sabbedotti
Expertin zum Thema: Claudia Kittel, Monitoringstelle UN - Kinderrechtskonvention
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung: Andreas Böer
Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen: Johannes Schmidt

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen