Bilanzbericht der Kommission zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen

18. Mai 2020

Landespräventionsrat-Niedersachsen_LogoDie im Herbst 2018 beim Landespräventionsrat Niedersachsen (LPR) gegründete Kommission hat mit ihrem Abschlussworkshop am 11. März 2020 ihre Arbeit abgeschlossen und einen Bilanzbericht vorgelegt. Die Kommission hat sich in einem Zeitraum von Februar 2019 bis März 2020 insgesamt fünfmal getroffen. Darüber hinaus haben sich die Mitglieder der Kommission in vier Arbeitsgruppen zu den Themen Opferschutz und Opfernachsorge, Täterprävention, Haltung, Sexualpädagogik, Wahrnehmung sowie Organisationsstrukturen und Risikogelegenheiten verständigt.

Unter Leitung der Vorstandsvorsitzenden des LPR, Frau Prof. Dr. Ute Ingrid Haas, haben mehr als 40 Vertreterinnen und Vertreter von staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen sowie Betroffenenvertreterinnen und Vertreter aus Niedersachsen Empfehlungen für Politik und Gesellschaft erarbeitet.

Zu den Empfehlungen der Kommission gehören unter anderem und insbesondere:

  • Die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstruktur, damit Betroffene in ihrem Zugang zu Hilfe und Unterstützung nicht durch ein Raster von Unübersichtlichkeit fallen.
  • Die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstruktur, damit Betroffene in ihrem Zugang zu Hilfe und Unterstützung nicht durch ein Raster von Unübersichtlichkeit fallen.
  • Die Erarbeitung von klaren Verantwortungsketten für den Fall des Verdachts oder gar eines konkreten Hinweises auf sexuellen Missbrauch. Für alle Beteiligte und Betroffene müsse es einen verlässlichen Handlungsplan für den konkreten Fall oder ein Verdachtsfall geben. Dies könne etwa in einem Leitfaden niedergeschrieben werden.
  • Ein sicherer Umgang mit dem Thema und eine Enttabuisierung, etwa durch gezielte Fortbildung der einschlägig mit der Thematik und Zielgruppe befassten Professionen. Die Thematisierung sexueller Gewalt und sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen sollte als Pflichtinhalt in die Berufs-und Hochschulausbildungen derer aufgenommen werden, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
  • Eine Verpflichtung der mit Kindern und Jugendlichen arbeitenden Einrichtungen und Institutionen, Schutzkonzepte nach Maßgabe des UBSKM zu erstellen.

Zum Hintergrund

Die Kommission zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen wurde am 27. Februar 2019 mit dem Ziel gegründet, institutionenübergreifend und fachübergreifend die Präventionsarbeit im Bereich des sexuellen Missbrauchs in den Blick zu nehmen und dabei Organisationsstrukturen und Risikosituationen zu analysieren und in den Bereichen Opferschutz und Täterprävention die Entwicklungen fortzuführen. Der Kommission gehörten rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Polizei, Justiz, Kommunen, Vereinen und Verbänden oder Kirchen an. Aber auch die Stimmen von Betroffenen waren in der Kommission vertreten. Die Kommission ist angesiedelt beim Landespräventionsrat Niedersachsen (LPR). Der LPR ist ein gesamtgesellschaftliches Gremium zur Kriminalitätsprävention und von der Landesregierung ressortübergreifend eingesetzt worden. Seine Geschäftsstelle ist beheimatet im Niedersächsischen Ministerium der Justiz.

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Der Bilanzbericht der Kommission mit dem Titel "Kinder schützen! Verantwortung zeigen! Sexualisierte Gewalt verhindern!" mit den darin enthaltenen Empfehlungen steht als Download auf www.praeventionskommission-nds.de zur Verfügung.

Quellen: Kommission zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, 11.03.2020 und Rundbrief Landespräventionsrat, Mai 2020

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
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