Prävention & Partizipation

OKEI! Schutzkonzepte in Einrichtungen der Behindertenhilfe

Kinderschutz-Zentrum-Oldenburg_LogoIm Modellprojekt "OKEI!" (2016-2019) geht es um die Entwicklung und Implementierung eines Schutzkonzeptes vor sexueller Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Die teilnehmenden Einrichtungen werden bei der Entwicklung eines passgenauen Schutzkonzeptes durch das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg begleitet.

Ziel ist es, in den Einrichtungen

  • die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Betreuten professionell gestalten,
  • Handlungssicherheit für Mitarbeitende im Umgang mit Grenzsituationen gewinnen,
  • eine Kultur schaffen, die es möglich macht, über Fragen der Sexualität zu sprechen,
  • transparente Regelwerke für Mitarbeitende und Betreute selbst entwickeln,
  • Strukturen für Beteiligung schaffen,
  • persönliche Grenzen achten und vor sexuellen Übergriffen schützen.

Im Rahmen des Projektes führt das Kinderschutz-Zentrum für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen eine Basisfortbildung "Sexuelle Gewalt und Grenzwahrung in Einrichtungen" durch.

Außerdem werden einzelne "Schutz-Bausteine" entwickelt, wie beispielsweise eine Selbstverpflichtungserklärung für Mitarbeitende, Präventionsangebote, Konzepte zur Beteiligung und Entwicklung von Beschwerdeverfahren, ein Regelwerke für Betreuende und Betreute, Verfahrensabläufe zum Handeln bei Verdacht und die Begleitung der verantwortlichen Leitung. Dabei werden, je nach Baustein auch ausgewählte Betreute oder alle Ebenen, also Mitarbeiterschaft, Betreute und Sorgeberechtigte in die Konzeption mit einbezogen.

In einem weiteren Schritt geht es dann um die Implementierung der erarbeiteten Bausteine durch die intern eingesetzten Präventions- und Schutzbeauftragten.

Das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg begleitet die teilnehmenden Einrichtungen als externer Berater und erstellt abschließend einen Bericht, der Handlungsempfehlungen für Einrichtungen der Eingliederungshilfe umfasst. In diesen Abschlussbericht fließen auch die internen Evaluierungen der Einrichtungen zur Umsetzung des Schutzkonzepts mit ein.

Das Projekt wird von November 2016 bis Oktober 2019 aus Mitteln des Landes Niedersachsen gefördert.

Hintergrund

Sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Einrichtungen gilt als gravierendes gesamtgesellschaftliches Problem, das schwere langfristige Folgen für die Opfer und deren soziale Umfelder nach sich zieht. Studien zufolge werden Menschen mit Behinderungen, die in Einrichtungen leben, etwa dreimal so häufig Opfer sexualisierter Gewalt. Über ein Drittel der Täterinnen und Täter stehen dabei in einem professionellen Arbeitsverhältnis zu den betroffenen Personen und sind in den meisten Fällen im medizinisch-pflegerischen oder therapeutischen Bereich tätig.

Das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg begleitet seit 2010 Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe bei der Entwicklung von Konzepten zum Schutz von Mädchen und Jungen vor sexualisierter Gewalt, zunächst im Rahmen des Projektes "Sichere Orte", dann von 2010 bis 2014 im Rahmen des Modellprojekts "Bundesweite Fortbildungsoffensive" (DGfPI). Bei der Konzeptentwicklung ließen sich zahlreiche Parallelen zwischen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und Einrichtungen der Eingliederungshilfe ergeben. Gleichzeitig stellte die DGfPI fest, dass der deutlich höhere Unterstützungsbedarf hinsichtlich der Entwicklung und Implementierung von Schutzkonzepten in Einrichtungen der Eingliederungshilfe durch ihr Modellprojekt nicht gedeckt werden konnte. Mit OKEI! will das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg nun genau diese erhöhten Anforderungen ausloten.

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Kontakt

Kinderschutz-Zentrum Oldenburg
Jens Hudemann
Friederikenstrasse 3
26135 Oldenburg
T (0441) 177 88
jens.hudemann@kinderschutz-ol.de
www.kinderschutz-ol.de

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