Die Kinderschutzfachkraft gemäß §§ 8a/b SGB VIII und § 4 KKG

Die "insoweit erfahrene Fachkraft" bzw. Kinderschutzfachkraft soll seit der Einführung des § 8a SGB VIII bei einer Gefährdungseinschätzung von freien Trägern der Jugendhilfe hinzugezogen werden. Auf der Grundlage des Bundeskinderschutzgesetzes haben nun alle Personen (einschließlich der Berufsgeheimnisträger und -trägerinnen), die beruflichen Kontakt mit Kindern oder Jugendlichen haben, bei der Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung Anspruch auf entsprechende fachliche Beratung durch eine Kinderschutzfachkraft (§ 8b SGB VIII, § 4 Abs. 2 KKG). Diese ist durch den öffentlichen Träger der Jugendhilfe zu gewährleisten. Hierbei sollte sichergestellt sein, dass der Kontakt schnell und unbürokratisch aufgenommen werden kann. Es ist zu empfehlen, dass das Jugendamt einen Pool an Kinderschutzfachkräften bildet (vgl. ISA et al. 2010, S.15f). Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD können selbst nicht die Beratung nach § 8b SGB VIII durchführen, da diese vor Information des Jugendamtes stattfinden muss.

Bei der Beratung geht es um fachliche Fragen im Bereich der Kindeswohlgefährdung und des Verfahrens nach § 8a SGB VIII bzw. § 4 KKG, um Methoden der Risikoeinschätzung, um Techniken der Gesprächsführung mit Eltern und Kindern sowie um mögliche Hilfen. Die Kinderschutzfachkraft kann im Rahmen eines kooperativen Kinderschutzes eine wichtige Rolle einnehmen, indem sie zwischen den beteiligten Akteuren im Hilfeprozess vermittelt.

Die-Kinderschutzfachkraft_CoverWeiterführende Informationen zu Rolle und Auftrag der Kinderschutzfachkraft und damit einhergehende Themenschwerpunkte können der Broschüre "Die Kinderschutzfachkraft – Eine zentrale Akteurin im Kinderschutz" (ISA et al. 2012, siehe Literaturempfehlungen) entnommen werden. Download der Broschüre unter www.kinderschutz-in-nrw.de.

zurück

zurück

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen