Gemeinsam gegen Kinderarmut: Kinderschutz wird in Niedersachsen groß geschrieben! Kongress-Inhalte online

16. Juni 2020

Am heutigen Dienstag hätte in Hannover der Kongress "Gemeinsam gegen Kinderarmut" des Niedersächsischen Sozialministeriums und der Kinderschutz-Akademie des Deutschen Kinderschutzbundes stattfinden sollen. "Ich bedauere sehr, dass der für heute geplante Kongress aufgrund der Corona-Epidemie abgesagt werden musste. Die Informationen sind uns aber so wichtig, dass wir sie der Öffentlichkeit online zur Verfügung stellen", betont Sozial- und Familienministerin Carola Reimann.

Ab heute stehen Inhalte des Kongresses - Beiträge, Studien, Interviews von Expertinnen und Experten - auf der Internetseite der Kinderschutz-Akademie digital zur Verfügung und werden fortlaufend ergänzt: www.kinderschutz-akademie.de

Dazu gehören beispielsweise die Präsentation von Prof. Dr. Johannes Schütte von der TH Köln über elementare Handlungsfelder in der Bearbeitung der Kinderarmut oder ein Interview mit Irina Volf vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik zu einer gemeinsamen Langzeitstudie mit der Arbeiterwohlfahrt zum Thema "Wenn Kindesarmut erwachsen wird".

"Das Thema Kinderarmut bleibt in Niedersachsen weiter auf der Tagesordnung. Chancengerechte Teilhabe für alle Kinder – das muss unser gemeinsames Bestreben sein. Es ist unerlässlich, soziale Notlagen zu erkennen und gerade Familien mit niedrigem Einkommen zielgerichtet zu unterstützen. Kinder von Eltern mit schmalen Einkommen dürfen nicht lebenslang die Leidtragenden sein", erklärt Carola Reimann.

Johannes Schmidt, Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen des Deutschen Kinderschutzbundes: "In dieser einmaligen und herausfordernden Zeit ist es von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, das soziale Miteinander zu stärken." Er ruft dazu auf, der Verschärfung von sozialer Ungleichheit entgegenzuwirken. "Dies bedarf einem Denken in neuen Strukturen", so Johannes Schmidt weiter.

Hintergrund

Mitten-drin_LogoUm die Kinderarmut in Niedersachsen zu bekämpfen und benachteiligten Jugendlichen neue Perspektiven zu eröffnen, wurde bereits vor einigen Jahren das Projekt "Mitten drin! – Jung und aktiv in Niedersachsen" aufgelegt. Das Land stellt für die Jahre 2020-2022 insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Mit den Projektmitteln können Vereine, Verbände und Initiativen aus Niedersachsen Projekte zur chancengerechten Teilhabe vor Ort finanzieren. Es werden Mikroprojekte bis zu maximal 3.000 Euro und Makroprojekte bis zur Höhe von 10.000 Euro gefördert. Für 2020 stehen noch Fördermittel zur Verfügung. Alle Antragsmodalitäten sind unter www.mittendrin-niedersachsen.de nachzulesen.

Darüber hinaus setzt sich Sozialministerin Reimann für die Einführung einer Kindergrundsicherung ein. Damit ist eine möglichst einheitliche finanzielle Förderung gemeint, die allen Kindern gleiche oder zumindest vergleichbare Teilhabemöglichkeiten bietet. Aus diesem Grund hat Niedersachsen die Federführung innerhalb der Bundesländer übernommen, um hierzu ein umfassendes Konzept auszuarbeiten. Dabei ist es gelungen, eine weitgehende Zustimmung aller Bundesländer zu dieser Initiative zu erreichen. Der abschließende Bericht wird im November der Arbeits- und Sozialministerkonferenz vorgelegt werden.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen