Kinderschutz­bund fordert zum Welt­kinder­tag konse­quente Kinder­politik

19. September 2017

DKSB_Logo_qZum Weltkindertag am 20. September fordert der Kinderschutzbund Niedersachsen, dass die Politik in Niedersachsen die Bekämpfung der Kinderarmut ganz oben auf der Agenda setzt.

Johannes Schmidt, Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes dazu: "Über zweihunderttausend Kinder in Niedersachsen, müssen durch eine wirkungsvolle und konsequente Beteiligungskultur in den Städten und Gemeinden an der Entwicklung eigener Perspektiven authentisch beteiligt werden. Die Sozialraumplanung stellt ein geeignetes Instrument dafür dar. Innovativ wäre es, Kinder- und Jugendeinwohnerversammlungen zum festen Bestandteil kommunaler Armutsbekämpfung zu machen."

Er sehe eine reale Gefahr, dass ein Scheitern der Einbeziehung junger Menschen in die Sozialraumgestaltung, ein Großteil dieser der Gesellschaft den Rücken zukehren werden. Schmidt weiter: "Wenn junge Menschen nicht mehr für das gesellschaftliche Miteinander angesprochen werden können, haben wir ein echtes Problem."

Der Kinderschutzbund fordere die zukünftige Landesregierung auf, der Kinderpolitik in Niedersachsen auch für die Zukunft eine stabile Gewichtung zu gewährleisten. Dringende Schritte seien

  • die Niedersächsische Kinderkommission als die landesweite Interessenvertretung mit Parlamentsnähe für Kinderrechte dauerhaft zu etablieren
  • mit einem neuen Landeskinderschutzgesetz das Kinderrecht auf Schutz und Sicherheit fachlich weiterzuentwickeln und politisch zu untermauern
  • für jeden Landkreis eine unabhängige Ombudsstelle einzurichten, die auf kurzem Weg und direkt für Kinder als Beschwerdestellen bei Kinderrechtsverletzungen in ihrem Lebensumfeld erreichbar sind
  • die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auf kommunaler Ebene zu fördern mit dem Ziel, ihre Einflussnahme auf gesellschaftliche Entwicklungen und Teilhabe an politischen Entscheidungen erhöhen.

Schmidt betont: "Wir stehen vor großen Herausforderungen wie Integration, Inklusion sowie der immerwährenden Bekämpfung von Armut und Gewalt. Wir müssen uns darauf konzentrieren, für Kinder und Jugendliche gesellschaftliche und institutionelle Rahmenbedingungen herzustellen, mit denen sie sich identifizieren können! Wir müssen Jugend ermöglichen!"

zurück

DKSB Landesverband Niedersachsen, 19.09.2017

zurück

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen