Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Studie

Normalitätskonstruktionen in Biografien ehemaliger Pflegekinder

Normalitätskonstruktionen-in-Biogafien-Pflegekinder_Cover2017 - In Biografien ehemaliger Pflegekinder gibt es Erfahrungen, die sie von Menschen, die keine Pflegekinder sind oder waren, unterscheiden und die sie in ihren eigenen Augen und denen anderer als unnormal erscheinen lassen. Mit biografischen Interviews wird untersucht, welche konkreten Erfahrungen und Erlebnisse es sind, die Pflegekinder mit mangelnder oder fragiler Normalität machen. Aus den Erfahrungen werden Konstruktionen von Normalität, die die jeweiligen Biografieträger vornehmen, rekonstruiert. Biografische Hintergründe sowie Strategien der Normalitätsbalance werden analysiert.

Übrigens - Die Dissertation wurde mit dem Kinder- und Jugendhilfepreis 2018 ausgezeichnet. Aus der Begründung der Jury:

"Die Arbeit liefert wichtige empirische Einsichten sowohl für die Fach- als auch die öffentliche Diskussion um das Pflegekinderwesen speziell zu der Frage, wie Pflegekinder ihre Biografie deuten und verarbeiten. Mit Hilfe von aufwändigen Detailanalysen der geführten Interviews werden Perspektiven und Einsichten eröffnet, die den bisherigen Debatten wichtige Differenzierungen aus der Sicht der ehemaligen Pflegekinder hinzufügen. Gerade weil die aus der Sicht der Betroffenen geschilderten Fälle sich in weiten Teilen den üblichen Klischees von Pflegekinderkonstellationen widersetzen und es zudem gelingt, die Mühen der Auseinandersetzung mit diesen Zuschreibungen empirisch sichtbar zu machen, gehört das Buch in jede Ausbildung von Pflegefamilien und ins Zentrum der entsprechenden Fachdiskussion."

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Daniela Reimer:
Normalitätskonstruktionen in Biografien ehemaliger Pflegekinder
Beltz Juventa, 2017
408 Seiten
49,95 Euro

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Familien in Niedersachsen