Bewertung der Befunde

Alle erhobenen Befunde sind zusammenfassend zu bewerten. Die Diagnose beschreibt den körperlichen und psychischen Befund des Kindes, die familiäre Interaktion und die Familiensituation. Es wird festgestellt, ob ein Kind normal entwickelt ist, ob Auffälligkeiten in seiner Entwicklung bestehen und ob diese Auffälligkeiten das Ausmaß von Behandlungsbedürftigkeit erreichen.

Hinweise aus der Anamnese

Die Ergebnisse der Interaktionsbeobachtung und die Erhebung der Belastungsfaktoren führen so zu einer Einschätzung von Belastungen und Stärken der Familie und von fördernden und hemmenden Einflüssen auf die Entwicklung des Kindes. Misshandlung, Vernachlässigung und sexueller Missbrauch werden unter den Belastungen erfasst. Aus der Verteilung von Belastungen und Stärken kann sich ergeben, welche Hilfen erforderlich sind.

Bei einem Verdacht zuerst Vertrauen schaffen

Wenn der Verdacht noch nicht ganz abgesichert ist, ist es nicht sinnvoll mit der Familie bzw. den Eltern darüber zu sprechen. Wichtig ist, das Vertrauen der Familie zu gewinnen. Das Kind kann häufiger wieder einbestellt werden, damit Sie sowohl zum Kind als auch zu den Eltern eine positive Beziehung aufbauen können. So stehen Sie weiterhin dem Kind und der Familie beratend zur Seite und können den Gesundheitszustand des Kindes beobachten.

Bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch: Unterstützung durch ein zweites Urteil

Im Einzelfall kann es schwierig sein, den Zeitpunkt genau zu bestimmen, an dem unbedingt eingeschritten werden muss. Ärztinnen und Ärzte sollten deshalb bei der Abwägung der Risiken nach Möglichkeit eine/n Kollegen / Kollegin hinzuziehen und sich mit den Fachkräften im Jugendamt in Verbindung setzen.

Zusammenarbeit mit anderen Professionen

Große differentialdiagnostische Schwierigkeiten bieten Auffälligkeiten, die seltene Problemstellungen wie z. B. das Münchhausen-by-proxy-Syndrom oder auch Fälle von Selbstverletzungen von Kindern, die in ungewöhnlich frühem Lebensalter auftreten. Auch in diesen Fällen ist eine Zusammenarbeit mit anderen Professionen empfehlenswert.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen