20 Jahre Babyklappen und vertrauliche Geburten

28. April 2020

Seit 20 Jahren gibt es Babyklappen in Deutschland. Sie wurden mit dem Ziel eingerichtet, Leben von neugeborenen Kindern zu retten. Die erste Babyklappe Deutschlands wurde im Jahr 2000 in Hamburg eingerichtet. Wie viele Babyklappen es aktuell von unterschiedlichen Trägern in Deutschland gibt, ist nicht klar, es sind vermutlich zwischen 70 und 100. Wie eine Studie des DJI 2011 aufgezeigt hat, wurden zwischen der Eröffnung der ersten Klappe und 2009 bundesweit 278 Kinder abgelegt. Ob diese Initiativen dabei helfen, Kindern das Leben zu retten, ist in der Diskussion, denn seit ihrem Bestehen hat die Zahl der Kindstötungen in Deutschland, soweit dies nachvollziehbar ist, nicht abgenommen. Die Zahl der Kinder, die ohne Kenntnis ihrer Herkunft aufwachsen, ist hingegen deutlich gestiegen.

Frauen, die anonym ihr Baby abgeben, haben sehr unterschiedliche Gründe dafür, sich für diesen Schritt zu entscheiden. Sie sind beispielsweise oft nicht in der Lage sich angemessene Unterstützung zu holen und sich mit anderen über ihre Schwangerschaft und damit verbundene Probleme zu sprechen. Ein Folgeproblem: Ihre Lebenssituation, die sie dazu gebracht hat, die Schwangerschaft geheim zu halten, alleine ein Kind auf die Welt zu bringen und es anonym abzugeben, ändert sich dadurch nicht. Die Frauen bleiben in dieser Situation allein.

"Wenn eine anonyme Abgabe unumgänglich ist, stellt die vertrauliche Geburt eine bessere Alternative dar, weil sie mit medizinischer Begleitung und einem Beratungskonzept verbunden ist", sagt Claudia Krell, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Jugendinstitut (DJI). "Durch das Beratungsverfahren bietet sich die Möglichkeit, für Mutter und Kind die beste Lösung zu suchen. Bleibt es bei dem Wunsch nach Anonymität, entbindet die Frau in einem geschützten Rahmen unter einem Pseudonym in einem Krankenhaus, ihre Personendaten werden 16 Jahre lang unter Verschluss gehalten." Das Kind hat nach Ablauf der 16 Jahre die Möglichkeit den Namen der Mutter erfahren – falls diese nicht Widerspruch dagegen einlegt.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen