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Niedersachsen stärkt Prävention und Versor­gung bei weib­licher Genital­ver­stüm­me­lung: Neue Hand­reichung und Fort­bildungs­ange­bot für Fach­kräfte

Weibliche Genitalverstümmelung/-beschneidung (Female Genital Mutilation/Cutting, FGM/C) ist eine schwere Menschen­rechts­ver­letzung mit weit­reichenden gesund­heitlichen, psychischen und sozialen Folgen für die Betroffenen. Um Fachkräfte bei Prävention, Kin­der­schutz und Unter­stützung betroffener Frauen und Mädchen zu stärken, hat das Nieder­säch­si­sche Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung gemeinsam mit der Landes­vereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozial­medizin Niedersachsen Bremen e. V. (LVG & AFS) eine neue Orientierung und Hand­lungs­hilfe zu FGM/C veröffentlicht. Die Broschüre richtet sich ins­beson­dere an Fach­kräfte aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Bera­tung, Jugend­hilfe und Verwaltung. Sie vermittelt Grundlagenwissen zu Formen und Folgen von FGM/C, informiert über recht­liche Rahmenbedingungen und gibt praxisnahe Hinweise zum Erkennen von Gefährdungslagen, zur sensiblen Ansprache Betroffener sowie zu Schutz- und Unter­stützungs­maß­nahmen. Darüber hinaus enthält sie Hinweise auf Beratungs- und Unter­stützungs­angebote in Niedersachsen.

Niedersachsens Sozialminister Dr. Andreas Philippi erklärt: "Mädchen wirksam vor weiblicher Genital­ver­stümmelung zu schützen und betroffenen Frauen Zugang zu Unter­stützung und Versorgung zu ermöglichen, ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Fachkräfte nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Mit der neuen Orien­tierung und Hand­lungs­hilfe stellen wir praxisnahe Informationen bereit, die dabei helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen, sensibel zu handeln und Betroffene passgenau zu unterstützen. Gleichzeitig wollen wir das Thema stärker in das Bewusstsein von Fachkräften und Öffentlichkeit rücken."

Fortbildungsangebot für Fachkräfte Anfang 2027
Die neue Orientierung und Handlungshilfe wird durch ein weiteres Angebot ergänzt: Gemein­sam mit der Ärzte­kammer Niedersachsen hat das Sozialministerium die Fort­bil­dung "Ganzheitliche Versorgung von Be­trof­fenen von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C)" entwickelt. Die Kooperations­veranstaltung vermittelt gesell­schaft­liche, psycho­soziale und medizi­nische Perspektiven für die Praxis und soll dazu beitragen, die Versorgungs­kompe­tenz von Fachkräften weiter zu stärken. Sie richtet sich in erster Linie an Ärztinnen und Ärzte verschie­dener Fach­richtungen, steht aber ausdrücklich auch weiteren Fachkräften offen, die in Beratung, Begleitung und Versorgung von Betroffenen tätig sind. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 3. Februar 2027, von 17.00 bis 20.15 Uhr in den Räumen der Ärztekammer Niedersachsen in Hannover sowie online als Livestream statt. Weitere Informationen gibt es unter www.aekn.de  

Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e.V. (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung:
Weibliche Genitalverstümmelung/-beschneidung (FGM/C) -
erkennen, ansprechen, schützen
Orientierung und Handlungshilfe für Fachkräfte
Hannover, 2026
18 Seiten
Kostenloser Download auf der Website des Niedersächsischen Sozialministeriums

Quelle: Niedersächsisches Sozialministerium, 22.09.2026, www.ms.niedersachsen.de